#MeToo · Man kann sich gar nicht genug empören · Tarantino über Weinstein · Tippi Hedren über Hitchcock · Gewalt gegen Frauen ist Gewalt von Männern · Anne Wizorek über #MeToo und #Aufschrei · Dear Catcallers von Noa Jansma

Parodie du personnage de Butch Coolidge dans le film Pulp Fiction | Photo by daveoratox [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

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Harvey Weinstein at the 2010 Time 100 Gala | Photo by David Shankbone (Own work) [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

#METOO Twitter

Man kann sich gar nicht genug empören Süddeutsche Zeitung

Der Fall Weinstein hat die Seximus-Debatte in die Gesellschaft geholt. Unter dem Hashtag #MeToo twittern Menschen über Alltagserlebnisse – und zeigen: Das hat nichts mit Hysterie zu tun.

Auszug aus einem Kommentar von Friederike Zoe Grasshoff

Belästigung sollte aber keine Frage der Abwägung sein, sie tut immer weh. Einer Untersuchung des Bundesfamilienministeriums von 2010 zufolge haben fast 60 Prozent der befragten Frauen angegeben, dass sie schon einmal sexuelle Belästigung erlebt haben, die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Reagiert man nicht sofort auf die Belästigung, wirkt sie kurze Zeit später umso stärker: Scham und Selbstekel entfalten verhängnisvolle Wirkung.

Wem gibt man die Schuld, wenn der Schuldige weg ist? Sich selbst? Die Abertausenden Ich-auch-Geschichten geben auch hier eine Antwort. Er hat mich vergewaltigt! Die Lehrerin hat mich geküsst! Ich wurde beim ersten Date missbraucht! Bei Twitter ist der Tenor eindeutig: Ich bin nicht schuld. Diese Befreiung von Schuldgefühlen macht #MeToo wertvoll.

Man kann sich gar nicht genug empören

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From Aggressive Overtures to Sexual Assault: Harvey Weinstein’s Accusers Tell Their Stories

The New Yorker

Gewalt gegen Frauen ist Gewalt von Männern

Süddeutsche Zeitung

On social media, Harvey Weinstein’s downfall engenders fragile hope in a sea of hypocrisy

The Verge

Lupita Nyong’o: Speaking Out About Harvey Weinstein

The New York Times

„Mir geht es zu wenig um Kritik am gesellschaftlichen Nährboden“

Süddeutsche Zeitung

Tarantino on Weinstein: ‘I Knew Enough to Do More Than I Did’

The New York Times

Gewalt gegen Frauen ist Gewalt von Männern

Süddeutsche Zeitung

Tippi Hedren says Hitchcock’s sexual harassment ruined her career as she offers support to Weinstein victims

The Telegraph

„Mein Hintern wurde angegrabscht von älteren, mächtigen Männern“

Süddeutsche Zeitung

Harvey Weinstein Paid Off Sexual Harassment Accusers for Decades

The New York Times

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Quentin Tarantino by Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America [CC BY-SA 2.], via Wikimedia Commons

Tarantino: „Ich habe genug gewusst, um mehr zu tun, als ich getan habe“

Süddeutsche Zeitung

„Ich habe genug gewusst, um mehr zu tun, als ich getan habe“, sagte Tarantino der New York Times. Die Vorwürfe gegen Weinstein seien immer mehr gewesen als Gerüchte, mehr als normaler Szene-Tratsch. „Ich wünschte, ich hätte Verantwortung übernommen für das, was ich gehört habe.“ Die richtige Konsequenz wäre gewesen, nicht weiter mit Weinstein zusammenzuarbeiten, so der 54-Jährige. […]

Der Regisseur appelliert an andere Männer in der Branche nicht so zu tun, als hätten sie von alledem nichts gewusst: „Veröffentlicht nicht einfach nur Statements. Gebt zu, dass da was faul war im Staate Dänemark. Versprecht, dass wir unseren Schwestern in Zukunft zur Seite stehen.“

Tarantino: „Ich habe genug gewusst, um mehr zu tun, als ich getan habe“

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Alfred Hitchcock | Studio publicity still (Dr. Macro) [Public domain], via Wikimedia Commons

Tippi Hedren says Hitchcock’s sexual harassment ruined her career as she offers support to Weinstein victims The Telegraph

„I dealt with sexual harassment all the time, during my modeling and film career. Hitchcock wasn’t the first.“

„However, I wasn’t going to take it anymore, so I simply walked away and didn’t look back. Hitch said he would ruin my career and I told him to do what he had to do.

Tippi Hedren says Hitchcock’s sexual harassment ruined her career as she offers support to Weinstein victims The Telegraph

Tippi Hedren and Alfred Hitchcock in „The Birds“ teaser. [Public domain], via Wikimedia Commons

„Mein Hintern wurde angegrabscht von älteren, mächtigen Männern“ Süddeutsche Zeitung

Der Skandal um Harvey Weinstein erschüttert die Filmbranche. Die wichtigsten Äußerungen von Tippi Hedren, Ben Affleck, Rose McGowan, James Van der Beek und Kollegen.

Er sei ein „Dinosaurier“, der in einer Zeit aufgewachsen sei, in der Verhaltensregeln und Arbeitsumfeld anders gewesen seien, versuchte Weinstein seine Taten in einer Erklärung an die New York Times zu rechtfertigen.

In dieser Zeit ist auch die 87-jährige Schauspielerin Tippi Hedren bekannt geworden, unter anderem in Filmen des Regisseurs Alfred Hitchcock. Den beschuldigte Hedren bereits vor Jahren, sie sexuell belästigt zu haben. Die Übergriffe hätten ihr Leben runiniert – und Hitchcock sei nicht der erste gewesen.

„Mein Hintern wurde angegrabscht von älteren, mächtigen Männern“

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‚Der Mann – ein gesellschaftlicher Problemfall‘ von Julian Dörr und Ivonne Wagner | Screenshot

Gewalt gegen Frauen ist Gewalt von Männern Süddeutsche Zeitung

Frauen werden in der Öffentlichkeit sexualisiert und als Opfer marginalisiert. Der Fall Weinstein zeigt, wie die Sprache frauenfeindliche Strukturen in unserer Gesellschaft verfestigt.

Auszug aus einem Kommentar von Julian Dörr

„Gewalt gegen Frauen“ kann erst dort beginnen zu beschreiben, wo die Gewalt schon passiert ist. „Gewalt von Männern“ hingegen hat die Chance, ihre Entstehung und ihre Auslöser zu ergründen. Denn Gewalt gegen Frauen fängt im Mann selbst an.

Sie ist das Resultat eines überkommenen Verständnisses von Männlichkeit. Eine gesellschaftliche Sozialisation, die Männer lehrt, ihre Gefühle zu unterdrücken. Und die Gewalt als wichtigen und zentralen Teil des Mannseins akzeptiert. Gewalt gegen andere, in der ehrenhaften Kneipenschlägerei, im Krieg. Und gegen sich selbst, im männlichen Ideal des Mutes, sich selbst in gefährliche Situationen zu begeben. […]

Die Art und Weise, wie in unserer Gesellschaft über sexuelle Gewalt gesprochen wird, entlässt Männer aus der Verantwortung. Weil sich die Debatte immer wieder auf die Opferrolle der Frau fixiert. Das sorgt dafür, dass sich frauenfeindliche Strukturen in den Köpfen und in der Welt erhalten. Und dafür, dass wir hier immer noch über Frauen reden. Und nicht über Männer.“

Gewalt gegen Frauen ist Gewalt von Männern

Der Mann – ein gesellschaftlicher Problemfall Video

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Anne Wizorek, re:publica 2013, Tag 3 – By Gregor Fischer [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

„Mir geht es zu wenig um Kritik am gesellschaftlichen Nährboden“ Süddeutsche Zeitung

Die Diskussion um die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein erinnert an die #Aufschrei-Kampagne vor vier Jahren. Die damalige Initiatorin, Anne Wizorek, spricht darüber, warum diese Debatten auch frustrierend sein können.

Interview von Hannah Beitzer

„Wenn klar ist, dass Betroffene sexualisierter Gewalt ernst genommen werden, statt sie anzugreifen und in Frage zu stellen, dann werden auch mehr von ihnen sichtbar werden. Ich würde mir außerdem wünschen, dass wir nicht ausschließlich über die Taten an sich sprechen, sondern sie ins Große und Ganze einordnen.

Mir geht es zu wenig um Kritik am gesellschaftlichen Nährboden, auf dem Sexismus und damit sexualisierte Gewalt überhaupt gedeihen können. Genauso sollten wir dringend über Prävention sprechen. Wir vermitteln ja bereits unseren Kindern Geschlechterrollen, die ein Machtgefälle zwischen Jungen und Mädchen zementieren.

Dabei gibt es Maßnahmen, um sexualisierte Gewalt zu verhindern, über die müssen wir reden und sie schließlich konsequent umsetzen.“

„Mir geht es zu wenig um Kritik am gesellschaftlichen Nährboden“

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‚DearCatcallers‘ – It’s not a compliment | Instagram

„Wir müssen das nicht hinnehmen“ SZ Magazin

Die 20-jährige Niederländerin Noa Jansma hat einen Monat lang jeden Mann fotografiert, der ihr auf der Straße hinterhergerufen hat. Im Interview erzählt sie, wie die Männer reagiert haben – und was sie mit dem Projekt bewirken möchte.

Interview: Sarah Thiele | Fotos: Noa Jansma

„Anhand der Posen der Männer wird deutlich, für wie normal sie die Situation in dem Moment erachtet haben. Es verdeutlicht besser als alles andere, wie ignorant sie gegenüber ihrem eigenen Verhalten sind. Und ich zeige keine Emotionen, weil ich lediglich ein Objekt bin. Objekte haben keine Gefühle. Das möchte ich mit den Bildern zum Ausdruck bringen.“

„Wir müssen das nicht hinnehmen“


Men’s Studies

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