Was ist das für 1 Männlichkeit? Männlichkeiten zwischen Selbst- und Fremdbildern

‚Porträt Eduard Graf von Kayserling‘ by Lovis Corinth [Public domain], via Wikimedia Commons

Tagung: Was ist das für 1 Männlichkeit? PDF

Männlichkeiten zwischen Selbst- und Fremdbildern

Vortrags-Videos von Andreas Kemper, Klemens Ketelhut, Dayana Lau, Andreas Heilmann und Birol Mertol + 4 meiner kryptischen Protokolle bzw. Mitschriften + Podiumsgespräch

Heinrich Böll Stiftung · Gunda Werner Institut

Warum wählen hauptsächlich Männer rechte Parteien?

Vortrag von Andreas Kemper

PROTOKOLL

Wissenschaftsfeindlichkeit

Einstieg mit einem aktuellen Kommentar vom WikiMANNiaChefBoss auf AndreasKemper.org

Andreas Kemper reagiert auf Kommentar vom WikiMANNia | ScreenShot

Problem mit der Empirie zur AfD – aktuelle WahlAnalysen

Jede neue Studie kommt zu neuen Ergebnissen > Interpretationsprobleme

Konsens: Überproportional viele Männer wählen rechts

Faschistische Sprache, Völkischer Nationalismus

„Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, der soll auch vom Faschismus schweigen.“ Max Horkheimer

Deshalb: Rückgiff auf Analysemodelle und Begrifflichkeiten der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts

Ungleichzeitige Habitus-Regime-Konflikte

Raewyn Connell: Wirtschaftsform < > Männlichkeiten

Ernst Bloch: Ungleichzeitigkeiten (Erbschaft dieser Zeit) > Adel, Bauern, Mittelständische Betriebe

„Proletarische Protestmännlichkeit“ > Alfred Adler >> Otto Rühle

Habitus-Regime-Ungleichzeitigkeiten im Postfordismus

> Arbeiter*Innenkämpfe im Fordismus > Postfordismus

Männlich-fordistischer Habitus im postfordistischen Akkumulationsregime

Ungleichzeitigkeiten im Postfordismus

  • Rentiers (Adel) > hegemoniale Männlichkeit
  • Patriarchale Familienunternehmer > hegemoniale Männlicheit
  • Fordistisch orientierte Prekarisierte > komplizenhafte Männlichkeit

„Tanz die AfD – Gemeinsam für Weltoffenheit, Toleranz und Solidarität“ – Gemeinsame Demonstration von 81 Organisationen und Gruppen gegen den AfD-Parteitag in Köln 2017 | Photo by Elke Wetzig [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Was tun?

Rückgriff auf kritische Theorie der 1930er Jahre

Ideologiekritischer Ansatz

  • DISS Jürgen Link: Kollektivsymbolik hinterfragen
  • „Historisch-diachrone Diskursanalyse“
  • „Institutioneller Rahmen“ Agent*in

Sozialpsychologischer Ansatz

  • Direktive 54

Zur ‚Direktive 54‘ hier ein Artikel von Andreas Kemper:

Wie Bildung die Gesellschaft trennt

Warum sich studierende Arbeiterkinder politisch organisieren sollten

SemesterSpiegel Münster

„Die Alliierten forderten 1947 im Zuge der Entnazifizierung Deutschlands mit der Direktive 54 einen strukturellen Wandel des Bildungssystems. Das Schulgeld sollte abgeschafft werden. Ebenso sollte das mehrgliedrige Schulsystem abgeschafft und durch eine gemeinsame Schule für alle ersetzt werden.“

Wie Bildung die Gesellschaft trennt

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Bus der Meinungsfreiheit (Hedwig von Beverfoerde)

Erstarkender antifeministischer Gegenwind – Eine Bestandsaufnahme

Vortrag von Klemens Ketelhut HSE und Dayana Lau Universität Halle

PROTOKOLL

Antifeminismus ist ein aktuelles aber kein neues Phänomen

Zielrichtung: gegen „den Feminismus“/“das feministische Projekt“

Nach Umfang und Qualität: Kulturkampf um Deutungshoheiten und politische Einflussnahmen

Umfasst mindestens drei verschiedene inhaltliche Komplexe

  • Gleichstellungsprojekte
  • soziale Bewegungen / -politiken
  • Feministische Wissenschaft

Antifemismus verteidigt patriarchale Strukturen und speist sich aus konservativen, klerikalen, völkischen und nationalistischen Diskursen. Gelegentlich verschwörungstheoretische Einschläge („Umerziehung“).

Kein ausschließlich von Männern* betriebenes Projekt

Das Männliche konstituiert das Menschliche.

  • Die Botschaft im Wahlprogramm der AfD: Gendermainstreaming als UmerziehungsProgramm
  • Antifeministischer Widerstand gegen Bildungsplandebatte
  • Bus der Meinungsfreiheit (Hedwig von Beverfoerde)

Wissenschaft

  1. Der Ideologievorwurf
  2. Wissenschaftverständnis

Illustriert an zwei Beispielen:

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‚Self-portrait with Skeleton‘ by Lovis Corinth [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

Zur Konstruktion des Eigenen über das Fremde

Vortrag von Andreas Heilmann Universität Jena

PROTOKOLL

Stereotype Selbst- und Fremdbilder

  • kategorisieren
  • homogenisieren
  • klassifizieren
  • „Identität“konstruieren

„Die 1 Männlichkeit“

  • hegemonial
  • unmarkiert
  • verschleiert

Problem der Reproduktion stereotyper Selbst- und Fremdbilder

im Alltag unbewusst und unreflektiert

Selbstreflexion der Kritiker*Innen

Die Fähigkeit zur Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen hängt nicht von der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe ab, sondern geht mit einer kritischen Selbstreflexion der eigenen, oft vielfach gebrochenen sozialen Position einher.

Fazit

Wer sind „wir“? „Wir“ sind die Anderen.

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Rassifizierte Bilder über migrantische „andere“ Männlichkeiten

Vortrag von Birol Mertol FUMA

PROTOKOLL

Wenn ich mich mit anderen beschäftige, muss ich mich nicht mir selbst auseinandersetzen.

Heteronormative Matrix und die Abwertung von anderen Männlichkeiten

Jungen/Männer wachsen in Differenzordnungen auf

Pluralität als Normalität

Fazit

Die Ausgangslage ist intersektional und Rassifizierung ein Prozess.

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Wie können wir patriarchale Strukturen kritisieren und überwinden, ohne (rassistische) Stereotype zu bedienen und zu erneuern?

Moderiertes Gespräch von Mekonnen Mesghena (Referent für Migration und Diversity, Heinrich-Böll-Stiftung) mit Michael Tunç (Netzwerk Männlichkeiten, Migration und Mehrfachzugehörigkeit, Väter in Köln e.V.), Dr. Delal Atmaça (Vorsitzende und Sprecherin bei DaMigra – Dachverband der Migrantinnenorganisationen), Gabriel Fréville (Projektleiter movemen – empowering male refugees, Bundesforum Männer) und Prof. Dr. Rolf Pohl (Institut für Soziologie, Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie, Leibniz Universität Hannover)


Men’s Studies

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