Die Fünfhundert Finsteren Männer von Dortmund

Dieter Zimmermann [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Untergang, Bunker und letzte Patrone: Die Fünfhundert Finsteren Männer von Dortmund

Auszug aus der SZ vom 11./12. Februar 2017: ‚Romantik für Fortgeschrittene‘ von Christof Kneer und Freddie Röckenhaus

„Da haben in Dortmund immerhin vierhundert bis fünfhundert junge Männer mit Steinen, Dosen, Flaschen und anderen Wurfgeschossen die verdutzten Anhänger von RB Leipzig attackiert; angegriffen wurden auch die Polizeibeamten, die versuchten, die braven Leipziger, viele Familien mit teils Kindern, zu schützen. Er habe noch nie „in solche Fratzen“ geschaut, gab ein Polizeibeamter später zu Protokoll.

„solche Fratzen“

Und selbst erfahrene Fußballreisende können anfügen, dass sie auch noch nie solche Plakate gesehen haben. „Pflastersteine gegen Bullen“ stand da, gemünzt auf die Firma Red Bull, den Erfinder des Fussballvereins RB Leipzig, sowie natürlich gegen die sowieso immer verhasste Polizei. Und in Anspielung auf den vor Jahren am Burn-out-Syndrom erkrankten Leipziger Sportchef Ralf Rangnick konnte man ein paar Meter weiter lesen: Burnout-Ralle -häng dich auf!“ Weit vorne wurde der „Volkssport“ Fußball verherrlicht und das RB aus Red Bull durch „Richtig Behindert“ korrigiert. Und so weiter.

„Bis in den Tod […] nach Wehrmacht müffelnd“

Es sind zwei unterschiedliche Geschichten, die sich hier begegnen. Die eine Geschichte erzählt von den Ultras, jenen überwiegend jungen Fans, die sich als die wahren Fans begreifen, sie halten sich für etwas Besseres als die handelsüblichen Familienväter, die dem Klub nicht „bis in den Tod“ folgen, wie es in einem der nach Wehrmacht müffelnden Ultra-Songtexte heißt.

„Kampf gegen den Fortschritt“

Die Ultra-Geschichte ist nicht leicht zu erzählen, zu heterogen sind die Strömungen, es gibt liebe Ultras und böse Ultras, manche streiten nur gegen die Erhöhung der Ticketpreise, andere gehen gegen ihrer Meinung nach sittenwidrig alimentierte Emporkömmlinge wie RB Leipzig auf die Straße.

Wieder andere führen diesen Kampf wie die fünfhundert finsteren Männer von Dortmund. Es sind Männer, die den Fußball benutzen, um einen Kampf gegen den Fortschritt zu inszenieren, in diesem Kampf soll es nach Untergang, Bunker und letzter Patrone duften.“

Süddeutsche Zeitung Auszug


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