POCAHONTAS II: Buch der Königstöchter / Klaus Theweleit

A Fool For Love / Derrick Santini

„Das ‚Buch der Königstöchter‘ handelt einmal mehr vom alten Theweleit-Thema Gewalt und Schönheit: Es geht um die Eroberungen und Landnahmen von Ländern, Gesellschaften, Frauen und deren Verarbeitung und Reflexion in Kunst und Mythen.“

Aus der Rezensionsnotiz von perlentaucher.de über Fritz Göttler in der SZ

Leda und der Schwan (Detail) / Lelio Orsi (1560-1562)

„Am Anfang war die Einwanderung. Am Anfang von was? Am Anfang von dem, was wir heute „Europa“ nennen.

So ca. 2000 Jahre v. u. Z. (-2000) wandern verstärkt und in mehreren „Wellen“ Indogermanen von Nordosten her in die Gebiete ein, die wir heute als „Griechenland“ kennen.

Die hießen nicht immer so. Wie deren vor-griechische Bewohner sich nannten, wissen wir nicht. Sie schrieben nicht; sie wurden ausgelöscht; oder den Einwandernden assimiliert.

Alle Namen, die wir heute haben, sind die der siegreichen Neuankömmlinge; Namen der Kolonisatoren, der „Griechen“ eben (die auch noch nicht schrieben als sie eintrafen).

Die „Griechen“ entwickelten dabei eine besondere Kunst der Erzählung (bzw. des Gesangs); Formen, die wir heute als „Mythos“ bezeichnen.“ Buch der Königstöchter, Klappentext

Leda and the Swan / Kopie von Peter Paul Rubens nach einer verlorenen Malerei von Michelangelo

Rezensionsnotiz zu Fritz Göttler in der Süddeutschen Zeitung, 14.12.2013 auf perlentaucher.de:

„Mit Freude hat Fritz Göttler den jetzt erschienenen zweiten, über 700 Seiten umfassenden Band von Klaus Theweleits Pocohontas-Serie aufgenommen.

Das „Buch der Königstöchter“ handelt für ihn einmal mehr vom „alten Theweleit-Thema“ Gewalt und Schönheit: Es geht um die Eroberungen und Landnahmen von Ländern, Gesellschaften, Frauen und deren Verarbeitung und Reflexion in Kunst und Mythen.

Das Modell Pocahontas beziehungsweise Medea, Frauen, die den Eroberer begehren, verfolgt er dabei durch die Jahrtausende, denn es reflektiert die tatsächliche Form der Kolonisierung, bei der die Männer getötet wurden und sich die unterworfenen Frauengesellschaften anpassen mussten.

Die komplexe, ausladende Gedankenführung voll von Wendungen und Drehungen spiegelt für Göttler den Glauben des Autors an die „Überlegenheit der Literatur“ sowie der Popkultur, Songs und Filme über die Philosophie.

Das Fazit des Rezensenten: wie alle Werke Theweleits ein großes „Leseabenteuer“.“

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